Wie viel Myzel braucht es, um Freundschaft wachsen zu lassen? Unser Treffen mit Paul und Fabia von Pilzfarm.ch hat gezeigt: nicht viel – nur ein bisschen Neugier, ein Auto voller Fragen und zwei Menschen, die genauso ticken wie wir.

Hier lernst du…


Ankommen in Bischofszell: Zwischen Lagerhalle und Austern

Wagerswil – klingt nach viel Wiese und wenig WLAN. Aber was wir dort finden, ist eine Produktionshalle für Pilzideen, geführt von zwei Menschen mit strahlenden Augen und ordentlich Geduld im Gepäck. Paul und Fabia begrüssen uns herzlich. Schon nach fünf Minuten ist klar: Hier wird nicht nur gezüchtet, hier wird gelebt.

zueripilz gruender erntehalle pilzfarm zuerich
Die Gründerinnen und Gründer von Pilzfarm und Züripilz – In den Produktionsräumen der Pilzfarm.

Die Gespräche sind locker, neugierig und gleichzeitig so tief wie die Falten in einem Igelstachelbart (ein Pilz, auch bekannt als Lions Mane). Und irgendwo zwischen Substratblöcken und Erntekisten sagt Fabia: „An Ideen mangelt es uns nicht, eher an der Zeit, sie alle umzusetzen.“ Wir nicken. Verstehen uns. Ohne viel Worte.

Gemeinsamkeiten? Oh ja. Unterschiede? Ebenfalls.

Was uns verbindet? Der Blick für das Detail. Die Freude, wenn eine Kultur zum ersten Mal durchbricht. Und ja, die kindliche Begeisterung für Arten wie Igelstachelbart, Zitronenseitling oder Rosenseitling – jede Sorte mit eigener Persönlichkeit.

Was uns unterscheidet? Während wir bei Züripilz ganz bewusst auf Demter Stroh als Substrat setzen und uns mitten im urbanen Raum bewegen, kultivieren Paul und Fabia viele Variationen seltener Edelpilze in ausserordentlicher Qualität. Zwei Wege, ein Ziel: ehrliche, frische Pilze.

„Man merkt schnell, wenn jemand mit Herz züchtet. Und die zwei tun das.“

shiitake nahaufnahme pilzfarm zueripilz
Wunderschöner Shiitake

Worüber haben wir gelacht? Und was hat uns nachdenklich gemacht?

Zwischen Scherz und Spatenstich: Kontaminierte Kulturen, Ärger mit Verpackungen oder die Schwierigkeit, Kunden zu finden… Wir haben alle lustige Anekdoten zu erzählen, aber auch ernste Themen. Gibt es da vielleicht sogar Synergien, die wir nutzen könnten?

Uns wird wieder einmal kalr: Pilze sind wie Beziehungen. Man kann sie nicht erzwingen. Nur begleiten und die richtigen Bedingungen schaffen.

„Wenn Myzelien sich verbinden, entstehen nicht nur Fruchtkörper – sondern Verbindungen.“

zitronenseitling nahaufnahme pilzfarm zueripilz
Zitronenseitling im ersten Flush

Und was jetzt? Wächst da was zwischen uns?

Ob aus diesem Treffen konkrete Projekte entstehen? Vielleicht. Vielleicht nicht. Aber eins bleibt: der Wunsch, sich auszutauschen – über Sorten, Substrate, Sporen und Spinnereien. Und hey, vielleicht sieht man sich ja mal für eine gemeinsame Aktion in Zürich?

Bis dahin – wir bleiben in Verbindung. Wie gute Myzelien das eben tun.

Neugierig auf unsere Pilzwelt?

Besuch uns bei einer Züripilz Führung oder hol dir unsere Abenteuer Pilz Experiment direkt nach Hause.

Q&A: Was bleibt hängen?

Was macht Pilzfarm.ch besonders?
Die Kombination aus Experimentierfreude und Präzision – man merkt, dass hier nicht nur gezüchtet, sondern geforscht wird.
Passt das zu Züripilz?
Absolut. Wir lieben Menschen, die neugierig bleiben – auch wenn sie den Fruchtkörper schon hundertmal gesehen haben.
Wird es eine Zusammenarbeit geben?
Vielleicht. Vielleicht auch nur ein Bier beim nächsten Markt. Und das ist völlig okay.

Nützliche Links